Okay, was soll ich zu dieser Tour schreiben. Als Auftakt für unsere Wanderungen auf der Insel La Palma gedacht, entwickelte sich diese etwas anders als erwartet. Dabei hätten wir eigentlich nur auf unseren Wanderführer und den gesunden Menschenverstand hören müssen. Wenn dann auch noch die eine Hälfte unserer 2-Personen-Reisegruppe an den Resten einer Erkältung herumlaboriert, ist ein Scheitern vorprogrammiert.

Doch von Anfang an: Die Aussicht auf eine Bucht, wie aus Schmuggler- oder Piratenfilmen, hatte uns die Nase lang gemacht. Diese Tour hatte dabei zwei malerische und relativ einsame Buchten zu bieten,

Dabei muss man aber bedenken, dass La Palma eine der steilsten Inseln der Welt ist, somit sind besonders an der Küste oft viele Höhenmeter auf nur wenigen Streckenkilometern zu überwinden. 900 Meter Höhenunterschied auf knapp elf Kilometer Strecke hat der Wanderführer ausgewiesen und wir haben es als machbar eingestuft.

Nicht, dass dies hier falsch verstanden wird. Das Ziel der Wanderung ist einige Anstrengung wert, wir waren jedoch froh, dass wir den Rückweg nicht mehr zu Fuß antreten mussten, doch dazu später mehr. Wir stellen hier auch den GPS-Track der kompletten Strecke zur Verfügung, empfehlen aber, dass man die Tour nicht unbedingt gleich zum Auftakt angeht, möglichst einen kühlen und bewölkten Tag nutzt und sich nicht übernimmt.

Zum Start

Die Wanderung beginnt im Ort Tijarafe, diesen erreicht man am besten von Los Llanos aus über die Landesstraße LP-1 (die um die gesamte Insel herumführt). Im Ort findet man einen Parkplatz. Alternativ wird Tijarafe von der Buslinie 100 angefahren (Fahrplan auf der Seite der Transportes Insular La Palma).

Die Dächer von Tijarafe

Die Tour

Oberhalb des Ortszentrums von Tijarafe und parallel zur Straße geht es erst einmal nach Südosten. Hier bestand zum ersten Mal Gelegenheit, das Markierungssystem der Wanderwege auf La Palma genauer kennenzulernen. Grundsätzlich weisen Farbmarkierungen in regelmäßigen Abständen den rechten Weg. Neben einem weißen Streifen kennzeichnet rot einen Weitwanderweg (GR), gelb eine Tagestour (PR) und grün einen lokalen max. 10 Kilometer weiten Weg (SL).

Markierung
Hier führt ein Weitwanderweg (rot) und eine Tagestour (gelb) entlang

Falsche Abzweige sind sehr deutlich mit einem Kreuz gekennzeichnet.

Falscher Abzweig
Hier gehen beide Wege nicht weiter

An wichtigen Kreuzungen stehen Wegweiser mit Entfernungsangaben zu Zielen bzw. Zwischenzielen.

Wegweiser
Hier wird der rechte Weg gewiesen

Für diese Tour folgen wir durchgängig dem Weg PR-LP 12.2. DIeser führt zurück zur Straße, kreuzt sie und wendet sich zunächst einmal in ein Tal, dem Barranco del Jurado.

Barranco del Jurado

Leider müssen wir aber bald wieder hinaufsteigen zum Ort El Jesús, der Weg führt nicht weiter durch den Barranco. Nach der Durchquerung des Ortes geht es zwischen vereinzelten Häusern, Wasserbassins und Bananenplantagen bis an die Steilküste zum Mirador (Aussichtspunkt) del Barranco Jurado. Hier treffen wir auf die verrosteten Überreste einer alten Seilbahn zum Materialtransport. Und schon wieder geht es in Serpentinen bergab in den Barranco del Jurado, der am Playa del Jurado ins Meer mündet. Wir haben zum ersten mal mit Meereshöhe die tiefste Stelle der Tour erreicht. Hier, inmitten der kleinen Wochenendhäuschen, sollte man die Möglichkeit zur Pause im Schatten nutzen, schließlich gab es auf der bisherigen Strecke nicht viel davon. Und leider wird es jetzt gleich richtig anstrengend.

Schwimmen könnte man durchaus hier auch.

Wir folgen dem Wegweiser zur Cueva de la Candelaria und arbeiten uns die steilen Treppen bzw. den anschließenden schmalen Pfad wieder aus dem Tal heraus bis wir auf die Fahrstraße stoßen, die von Tijarafe zur Piratenbucht führt.

Ist im Zweifelsfall noch steiler, als es hier wirkt!

Wir haben an dieser Stelle zum ersten Mal überlegt, ob wir die Tour abbrechen und über die Straße zurück zum Startpunkt laufen. Doch dann hätten wir den eigentlichen Höhepunkt der Tour verpasst: Poris de Candelaria – die Piratenbucht. Mit der Aussicht, dass ein Rückweg über die Straße uns auch durch die gleißende Sonne führen würde, haben wir dann doch erst einmal die schattige Bucht vorgezogen. Also die Straße hinab, bis zu einem Parkplatz, von dort führt ein schmaler Weg in die Bucht.

Die Piratenbucht lädt zur Abkühlung

Wir haben uns unter den kühlen Felsüberhängen zwischen den Wochenendhäuschen ausgiebig ausgeruht und dann auf den Weg zurück gemacht. Auf dem Parkplatz weist uns ein Wegweiser zurück nach Tijarafe.

Zurück nach Tijarafe

Auch wenn der Rückweg nur 4km beträgt, so geht es doch erst einmal in steilen Serpentinen nach oben. Wir sind jedenfalls nach einer knappen viertel Stunde wieder umgekehrt. Auf dem Parkplatz der Piratenbucht standen zu diesem Zeitpunkt noch zwei Autos; ein Pärchen, das gerade auf dem Weg zu seinem Auto war, sprachen wir auf eine Rückfahrgelegenheit an. Beide fingen erst einmal an zu Lachen. Es  stellte sich heraus, dass sie am Tag zuvor die gleiche Tour unternommen und bereits nach dem Aufstieg aus der ersten Bucht abgebrochen hatten, ohne die Piratenbucht zu besichtigen. Somit hatten sie den Besuch der Bucht am Tag danach nachgeholt und endeten als unser Taxi zurück nach Tijarafe (Danke an dieser Stelle noch einmal unseren “Rettern”)

So endete also unsere Tour in die Piratenbucht etwas verfrüht, wer sie komplett laufen möchte, sollte die Hinweise vom Beginn der Tourenbeschreibung beachten.

GPS-Track: Zur Piratenbucht

Empfehlenswerte Geocaches

Karte, Literatur

Wandern auf La Palma