Geocaching im Wandel

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3 Antworten

  1. Zappo sagt:

    Ich zitiere:

    „…paradiesische Zustände. Geringe Cachedichte, und eigentlich jede Dose wurde noch mit dem Hintergrund gelegt, den potentiellen Finder an einen besonderen Ort zu führen, und sei es nur eine besonders schöne Aussicht.

    Hier hingegen wird teilweise die Abstandsregel bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt, nur um ein “Ehrenfeld” zu füllen oder jeder einigermaßen anspruchsvolle Baum mit einem Klettercache bestückt – Konflikte mit Wald-/Grundstücksbesitzern, anderen Nutzern und dem Naturschutz sind somit vorprogrammiert. Es ist wirklich an der Zeit, sich mehr Gedanken über die Auswirkungen unseres Hobbies zu machen.“ Zitatende

    Ein bisschen schwillt mir da der Kamm – ehrlich. Wenn man den Fokus mal genauer stellt, erkennt man: Man muß sich nicht nicht Gedanken über die AUSWIRKUNGEN des Hobbys machen – sondern die ART DER AUSÜBUNG. Dann gäbe es nämlich keine Auswirkungen. Solange wir unser Land vollpflastern und zombiemäßig Punkte sammeln, brauchen wir uns über Probleme nicht wundern.

    Wobei ich mal so frech bin, aus dem „wir“ mal ein „Ihr“ zu machen (wer immer IHR ist 🙂 )- weil: ich bin das nicht – und ganz viele andere, die den Schachtelsucherreflex des „Zeigen wollens“ und „Erlebnisse vermittelns“ haben, sind es auch nicht, die da den Karren in den Dreck gefahren haben.

    GC hat versäumt, den Locationanspruch (so mal abkürzend getauft) nicht nur in irgendeinem Nebensatz, sondern an prominenter Stelle als Voraussetzung zu propagieren. Wobei ich da gerne zugestehe, daß es vielleicht auch ein wenig überflüssig erschien, sowas Selbstverständliches extra herauszuheben. Aber war wohl doch nicht so selbstverständlich 🙂

    Und die Gemeinschaft hat versäumt, sich von der Haltung „Jede Dose ist gut und recht“ zu verabschieden. Im Gegenteil, der Gegenwind, der einem entgegenbläst, wenn man die Sinnfrage bei einem Flachcache ohne Mehrwert stellt, ist enorm.

    Nach den Regeln und Vorgaben auf der GC-Seite will man wohl, daß
    -Caches an „unique und important“ Locations liegen
    -Der Cache nicht der einzige Grund ist, warum man die Leute dahinlockt
    -nicht alle 300 Meter einen Cache, nur weil es geht

    Sorry, und was wird freigegeben: PTs alle 160 Meter, Dosen überall, auch wo es nix zu sehen gibt und so weiter. Da ist meines Erachtens ein gerüttelt Maß an Heuchelei dabei. Wo ist das Problem, mehr als 3 Caches auf 5 km2 wegen der Sättigungsregel abzulehnen – genauso wie sinnlose Powertrails? Oder die „da musste noch einer hin“ oder „da war noch Platz“ – Caches wegen fehlender Location?

    Nöh, die Reviewer versäumen, da richtig einzuschreiten, die richtigen Leute zu stärken, die übelsten Fehlentwicklungen auszubremsen – das höchste der Gefühle ist noch das scheinheilige Einfordern der Genehmigung – bei Caches, bei denen das Kind meist schon in den Brunnen gefallen ist.

    Allein cacherseitig wird das Problem nicht einzugrenzen sein – dazu ist die Meute der Fehlgeleiteten viel zu groß und das Hobby wird mittlerweile von viel zu viel Leuten ausgeübt, die das alles überhaupt nicht verstanden haben.

    Da wird wohl nur eine Reformation helfen – Parallelen zur Kirchengeschichte sind da garnichtmal so unpassend 🙂

    Gruß Zappo

  2. Markus sagt:

    Man muß sich nicht nicht Gedanken über die AUSWIRKUNGEN des Hobbys machen – sondern die ART DER AUSÜBUNG. Dann gäbe es nämlich keine Auswirkungen.

    So sollte es eigentlich auch zu verstehen sein.

    Ich sehe es trotzdem so, dass erst einmal das Bewusstsein der Cacher für ein gewisses Maß an Verantwortung vorhanden sein muss. GC.com ist ja schließlich nicht die einzige Plattform, wenn auch mit den größten Nutzerzahlen, aber auch die einzige mit einem Reviewprozess.
    Dem einzelnen Reviewer kann ich hier nicht in die Verantwortung nehmen, er orientiert sich schließlich mit seiner Freigabe an den Guidelines. Die angesprochenen zusätzlichen Punkte von der GC-Seite richten sich nach meinem Verständnis auch erst einmal an die Eigenverantwortung der Cacher. Eine Aufnahme in die Guidelines wäre dann der konsequente nächste Schritt, aber eigentlich ist es doch Schade, dass man alles bis ins kleinste Detail regeln muss…

  3. Zappo sagt:

    REGELN müsste man nichts, wenn Geocaching eine „Veranstaltung“ wäre wie Fußball, Modellfliegen und anderen – nämlich mit sozialen Kontakten und sich automatisch gebenden Kontrollen des Verhaltens und der Ausübung. Auf dem Fußballplatz kriege ich als Aktiver MIT, wenn ich mich nicht anstrenge, dumm rumstehe statt mitzuspielen oder ständig neben das Tor treffe. Genauso, wenn ich auf dem Modellflugplatz mit nem Papierflieger antrete – da drückt das Umfeld dann schon durch Lob, Tadel oder doofe Bemerkungen 🙂 die Leute ein wenig in die beabsichtigte Spur. Oder sie kommen halt nicht wieder.

    Ist beim Geocaching nicht so. Und zusätzlich ist die ABSICHT des Hobbys nicht so offenliegend wie beim Fußball und auf dem Flugplatz. Tatsächlich kann man sein halbes Leben Cachen gehen, ohne zu wirklich zu cachen.

    Die Diskrepanz zwischen dem, was GC da auf seiner Webseite verkauft -so in Richtung Naturerlebnis, Spannung, Lehrreiches, whatever incl. des (Lippen?)bekenntnisses der Locationanforderung – ist einfach zu groß.
    Ohne eine dezidierte Anleitung, um was es bei dem Hobby geht – und zwar als VORAUSSETZUNG (über den Guidelines – die ja nur technische Regeln sind) wirds wohl nicht gelingen, all die Fehlgeleiteten von der Ansicht zu bekehren, ein Cache ist ein Cache, wenn er die Guidelines überwunden hat.

    Guidelines als untergeordnete Regelungseinheit werden durch extra eingesetzte Leute überwacht – die Grundabsicht des Hobbys aber nichtmal ansatzweise propagiert – das kann es ja wohl nicht sein. Entweder die Reviewer erledigen das mit – was wohl nicht durchzuführen ist – oder von GC kommt endlich ne starke Ansage, daß man sich zumindest nicht dafür entschuldigen muß, wenn man im Log schreibt, daß es hier nicht unmittelbar einsichtig ist, weshalb hier ein Cache hinmusste. Dann KÖNNTE sich vielleicht mal ne Cachekultur durchsetzen.

    Gruß Zappo

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